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                                                                                                                                                               Künstler-Porträt:

Konrad Schlichtmeier:

„Die Menschen an Bücher heran führen"

Der Buchbinder-Beruf, den Konrad Schlichtmeier von der Pike auf erlernt hat, brachte ' den 53-Jährigen im Laufe der Zeit auf zwei Papp-ldeen: Zum ei­nen fertigt er Möbel, Skulpturen und Objekte aus Pappe und Pappmache. Die größere Leidenschaft aber gilt dem Objekt-Buch.

Bereits mit 12 habe er „gelesen wie ein Wahnsinniger", erzählt der gebürtige Straubinger, am liebsten Abenteuer- oder Reise­bücher. Wohingegen seine Eltern ihn am liebsten als Beamter ge­sehen hätten, bereut der Sohn zu keinem Zeitpunkt seine Ent­scheidung: „Das Buchbinden erlebt gerade eine handwerkliche Renaissance", sagter. „Viele junge Menschen wollen Buchrestau­rator werden".Schlichtmeier ist ist einer der Wenigen, die von sich sagen können: „Mein Beruf ist mein Leben" (wenn's pres­siert, sagt er, gehe er auch schon mal am Sonntag in die Firma).

Früher hat er sich mit seinen Objekt-Büchern an (über-)regiona-len Kunsthandwerker-Märkten beteiligt und auch selber ausge­stellt (z.Zt. „Das essbare Buch" bei Hugendubl).- Was sind „Ob­jekt-Bücher"? Als Schlichtmeier „auspackt", bekomme ich eine Reihe überraschender Bücher, zu sehen: „Beutelbücher" (klein­formatige beutelartige Bücher, die, am Gürtel, befestigt, im 13. und 14. Jahrhundert auf Reisen mit geführt wurden), von denen es auf der ganzen Welt nur 25 Exemplare gibt. Dann folgt ein un­bedrucktes, mit Strapsen verschnürtes, Buch „Peep-Show" (Bad Woman hinter Acryl-Glas); ein anderes dagegen beherbergt be­wegliche Münzen hinter Glas; liebend gern färbt der „künstleri­sche Buchbinder" Blattschnitte mit Naturfarben. Seit kurzem ex­perimentiert er mit Flaschenglas. Je nach Inhalt verpasst Schlicht­meier dem jeweiligen Buch „einen Hauch Passendes" (darunter versteht er die Stimmigkeit zwischen Buch-Inhalt und -Äußerem)

- Nichts desto Trotz arbeitet er auch mit herkömmlichem Leder; bis zu zehn Stunden sitzt er an so einem Objekt-Buch.

Seit seiner Scheidung vor 13 Jahren lebt der agile 53-Jährige mit seiner 18-jährigen Tochter, (mit der er sich „glänzend versteht"), in einer geräumigen Wohnung bei Obertraubling (der Sohn lebt in Regensburg). - Viele seiner Möbel, ein Stilxmix aus mehreren Epochen, sind (wie könnte es anders sein?) - aus Pappe: der Wohnzimmer-Tisch, ein biedermeierlich anmutendes Kom-mödchen, Leucht-Objekte, Jugendstil-Bilderrahmen, die antike Wanduhr oder das schmale kinnhohe Art-Deco-Schränkchen mit den vielen bunten Schubladen. Auch Skulpturen/Objekte zählen zu seinem Reportoire.. Weiterhin ist der Meister des Oleaugra-phierens (Malendes Marmorieren) mächtig, hat er sich doch mit den verschiedensten Techniken auseinander gesetzt. In all seinen Objekten dringt immer wieder die Vorliebe für die üO-er Jahre durch, die meisten Objekte sind bonbonfarben.

Wohingegen sich die Papp-Objekte - auch nicht bei näherem Hinsehen bzw. -klopfen - von „echtem" Material unterscheiden, soll man bei anderen „ruhig sehen, dass hier mit Papprohren ge­arbeitet wurde". Gearbeitet wird mit mehreren, zwei bis drei Millimeter starken, aufeinander geklebten Pappen, die mit Hand­geräten bzw. Eisenpressen bis zu einem Zentimeter zusammen gepresst und so stabil sind, dass sie nichts umwirft - trotz ihrer

'erhältnismäßigen Leichtigkeit. Schon gewusst? Sogar die Kotflü-

lel des „guten alten" Trabi waren aus Pappe!

Nach seiner Arbeit in der Firma geht Schlichtmeier mit Hund Zor-

•p spazieren - für ihn kreierte der Künstler ein „Hunde-Sofa", das on letzterem aber zerfleddert wurde! Nach Feierabend jeden­falls ist der Buchbinder ganz und gar Künstler und verbringt bis zu zwei Stunden in seinem Arbeitszimmer, mitunter auch bis nach Mitternacht. Trotzdem bleib Zeit für Fußball, Billiard, Musik, Garten, Freunde. „Das Einzige, was ich mir, so alle zwei Wochen, gönne", lautet die Antwort auf meine Frage, welchen Stellen­wert Geld in seinem Leben habe, „ist Essen gehen".

Wirklich erfreuen könne er sich außerdem an einem frisch ge­
pflügten Feld, oder im Gras zu liegen. „Die meisten Städter ha­
ben wohl vergessen, wie das riech ..."                                

 

 

 

 

Konrad Schlichtmeier

Geboren am 24.03.1948 in Straubing


 

Ausbildung als Buchbinder

Akademie für das Grafische Gewerbe München - Drucktechniker Ausbildungsmeister für Buchbinder                                       

 Ausbildung zum Marmorierer Centro del bei Libro, Ascona Bildereinrahmer und Restaurator bei Hubert Fritzen in Saarlouis

Ausstellung mit Buntpapier und Büchern im Centre des Artes et Loisires du Vesinet bei Paris - Diplom für Buntpapier

 Ausstellung von Bilderrahmen zu Fotografien, Zeichnungen und Ölarbeiten in verschiedenen

Galerien.

Musterpapiere für Geschenkartikelfirma, Papierdesign für Gedichtsband, Auftragsarbeiten für

Diözesan-Museum, Ingeneurbüro PEP, Antiquariate.

Skulpturausstellung Zahnarztpraxis Fahrnbauer, Gewerbepark RegensburgBeitritt zum Kunst- und Gewerbe Verein, Mitglied im Prüfungsausschuß an derIHK

Diverse Gruppenausstellungen in Bayern

Ausstellung „Möbel und Accessoires aus Papier und Pappe"

Galerie Frei und Schaffend, Am Römling in Regensburg

Jahresschau Künstler der Galerie Frei und Schaffend

Buchausstellung und Präsentation: „Das ganz andere Buch" Buchhandlung Pustet, Regensburg

  Ausstellung mit Skulpturen und Möbel Galerie Manuform, Regensburg                                                                                                                Ausstellung „Das essbare Buch" Buchhandlung Hugendubel, Regensburg .2002                                                                                                       Ausstellung „Das essbare Buch" Museumsrestaurant Leerer Beutel 02.04. - 27.04.2002                                                                                  Ausstellung „Kunstwerk Buch" Buchhandlung Pustet, Straubing

Ausstellung mit Skulpturen, Möbel, Bücher Galerie Amphawan, Gewerbepark Regensburg,

Jahresausstellung mit Buchskulptur Kunst- und Gewerbevereins Regensburg „Buchkunst im Computerraum" Multimedia Trainigscenter, Regensburg „Das Buch als Objekt" Buchhandlung Pustet, Regensburg

Werksausstellung, Jahrestagung des BDBI, Regensburg Hotel Sorat

Ausstellung „Buchskulpturen", Restaurant Hagens Auberge, Regensburg

Individuum Buch ; Stadtbibliothek Landshut

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                        

 

 

 


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